Flugtickets - was Ihr Ticket wirklich kostet

Aufgrund der (häufig intransparenten) Preisgestaltung geraten Airlines immer wieder in heftige Kritik. Vor allem bei den Anbietern von Billigfliegern werden vermeintlich günstige Flugtickets um ein vielfaches teurer. Laut EU müssen Airlines alle anfallenden Steuern, Gebühren und sonstige Nebenkosten beim Ticketpreis angeben. Trotzdem kann es immer wieder passieren, dass der Endpreis höher ausfällt, als anfangs angegeben.

Bei einigen Fluggesellschaften werden Zusatzleistungen berechnet, welche bei vielen Linienfliegern selbstverständlich sind. Kosten, wie etwa für das Gepäck, Kosten beim Check-in oder Serviceleistungen an Bord müssen nicht zwingend mit angegeben werden.

Also gilt weiterhin bei einer Flugbuchung das Kleingedruckte zu lesen und bis zum letzten Buchungsschritt die Ticketpreise im zu Auge behalten.

Welche Zusatzkosten anfallen können

Bei der Suche nach Flugpreisen hilft oft der Preisvergleich, um schnell günstige Angebote zu finden. Trotzdem können Zusatzkosten anfallen, die erst bei der Buchung, am Flughafen oder an Bord auftreten. So gibt es beispielsweise bei Ryanair und Germanwings keine Freigepäckmenge. Das bedeutet, dass zum Ticketpreis die Kosten für das Gepäck zusätzlich berechnet werden.

Welche Zuschläge und Gebühren gibt es?

1. Luftsicherheitsgebühr

Für die Durchführung von Sicherheitskontrollen bei Passagieren und deren Gepäck wird eine Luftsicherheitsgebühr erhoben. Diese Gebühr wird durch die Bundespolizei bzw. durch die jeweilige Landesbehörde berechnet und eingezogen. Die Gebührenhöhe ist u. a. vom Passagieraufkommen des jeweiligen Flughafens abhängig und stieg zuletzt 2013 an. Sie liegt zwischen 2,00 und 10,00 Euro pro beförderten Passagier und ergibt sich aus der Luftsicherheitsgebührenordnung. Die Gebühren werden einmal jährlich an die tatsächlichen Gegebenheiten des Flughafens angepasst. Die Luftfahrtgesellschaften geben diese Gebühr meist an die Passagiere weiter.

2. Flughafenentgelte

Jeder Flughafen erhebt Nutzungsgebühren für die Bereitstellung und den Betrieb der für einen Flugbetrieb notwendigen Infrastruktur und Serviceleistungen. Das könnten zum Beispiel Entgelte, die für das Starten, Landen und Abstellen von Luftfahrzeugen sowie für die Benutzung von Fluggasteinrichtungen sein. Passagierbezogene Entgelte werden zum Teil von den Fluggesellschaften ausgewiesen und an die Passagiere weitergegeben.

3. Luftverkehrssteuer

Am 01.01.2011 wurde die Luftverkehrssteuer in Deutschland als ökologische Luftverkehrsabgabe eingeführt. Dadurch wird eine steuerliche Mehrbelastungen für die Fluggesellschaften verursacht. Das Modell beinhaltet drei Stufen, die sich je nach Reiseziel unterscheiden. Europäische Ziele, sowie Flughäfen in Nordafrika, werden mit 7,50 Euro belastet, auf Mittelstreckenflügen fallen 23,43 Euro pro Person an. Ein Langstreckenticket wird um 42,18 Euro teurer. Die Kosten werden auf den Tickets mit der Abkürzung OY angezeigt und teilweise von den Airlines an die Passagiere weitergereicht. Diese Steuer wird in dieser Art nur in Deutschland und Österreich erhoben und verschlechtert erheblich die Konkurrenzsituation im Preisgefüge mit ausländischen Mitbewerbern.

4. Einreise- und Ausreisesteuer / APD

Einige Länder erheben bei der Einreise und Ausreise eine Steuer, die bei einer Flugbuchung bereits auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden kann. Zypern und Kuba lassen sich diese Gebühr zum Beispiel bezahlen. In Großbritannien wird bei der Ausreise eine „Air Passenger Duty (APD)“ erhoben. Auch für die Einreise in die USA wird eine Einreisesteuer (US International Arrival Tax) und US Zollgebühr (US Customs Fee) erhoben. Für Immigranten fällt eine ‚US Immigration Fee‘ an.

5. Passagierentgelte

Das Passagierentgelt fällt unter das Flughafenentgelt und ist pro Fluggast fällig. Es wird für Dienstleistungen im Service erhoben, z.B. für die Nutzung des Terminals. Die Fluggesellschaft bezahlt es direkt an den Flughafenbetreiber. In der Regel sind die Passagierentgelte kategorisiert nach Inlandsflugverkehr, europa- und weltweitem Flugverkehr sowie Transit- und Transferfluggästen. Die Differenzierung und Höhe der Passagierentgelte auf den einzelnen Flughäfen sind unterschiedlich und sowohl vom Abflughafen als auch vom Zielland abhängig.

6. Sicherheitsentgelte

Abhängig von der Zahl der beförderten Passagiere, Fracht und Post, muss die Fluggesellschaft am Flughafen ein Sicherheitsentgelt entrichten. Auch hier weichen die Entgelte der Flughäfen untereinander ab.

7. Positions- und Abstellentgelte

Für die Abstellung von Luftfahrzeugen werden vom Flughafen Entgelte erhoben. Diese richten sich nach Art und Größe des Luftfahrzeuges und natürlich nach der Dauer der Unterstellung. Das Positionsentgelt fällt in der Regel für maximal drei Stunden an, was weit über den normalen ‚turnaround times‘, also der Boden-Zeiten der Kurzstreckenflüge hinausgeht. Danach wird das sogenannte Abstellentgelt fällig. Viele Fluggesellschaften parken das Flugzeug über Nacht auf ausländischen Flughäfen, um gleich morgens den ersten Flug des Tages mit Gästen in das eigene Drehkreuz zu fliegen. Manche Flughäfen erheben in den Nachtstunden kein Abstellentgelt.

8. Entgelte für zentrale Bodenverkehrsdienste und Einrichtungen

Die Fluggesellschaften müssen für die Bereitstellung, die Nutzung und den Betrieb zentraler Infrastruktureinrichtungen dem Flughafenunternehmer bei jeder Abfertigung eines Luftfahrzeuges ein Entgelt entrichten. Entgelthöhe und Leistungsinhalt der Flughäfen sind unterschiedlich. Viele Fluggesellschaften nutzen die Dienste der Flughafen-Bodenmitarbeiter und halten dort kein eigenes Personal mehr vor.

9. Kerosinzuschläge

Ein Flugzeug verbraucht im täglichen Betrieb Kerosin, Öl, Sauerstoff und Wasser. Steigende Ölpreise verteuern den Flugtreibstoff. Einige Fluggesellschaften und Reiseveranstalter reichen die Mehrkosten direkt an ihre Kunden weiter und weisen die Kerosinzuschläge separat aus. Flugbenzin ist in der gewerblichen Luftfahrt gänzlich von der Mineralölsteuer befreit. Damit genießt ausgerechnet der besonders klimaschädliche Flugverkehr ein enormes Steuerprivileg gegenüber allen anderen Verkehrsträgern. Nach EU-Recht ist es seit 2005 möglich, Kerosin national zu besteuern. Diesen Weg haben beispielsweise die Niederlande und Norwegen schon beschritten. Allerdings ist eine Steuer auf den gewerblichen Kerosinverbrauch in Europa im Gespräch. Insbesondere Umweltverbände fordern eine Kerosinabgabe zur Abgasreduzierung in der Luftfahrt.

10. Mehrwertsteuer

Für Inlandsflüge werden 19 % Mehrwertsteuer erhoben. Im europäischen Vergleich hat Deutschland hier damit einen der höchsten Steuersätze im Flugverkehr. Einige Airlines weisen die Mehrwehrsteuer unter "Gebühren und Steuern" separat aus.

11. Versicherungen und Sicherheitskosten

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind die Versicherungsprämien der Luftfahrtversicherungen drastisch angestiegen. Die meisten Fluggesellschaften geben diese Mehrkosten direkt an den Fluggast weiter. Zur Kostendeckung der Versicherungen und von der Fluggesellschaft veranlassten Sicherheitsmaßnahmen wird ein Sicherheitszuschlag erhoben. Zur Erhöhung der Sicherheit an Bord dienen zum Beispiel die Flugbegleiter.

12. Gepäckzuschläge

In der Regel ist die Beförderung von Gepäck innerhalb der Freigrenzen im Preis inbegriffen. Ausnahmen bilden vor allem die Billigflieger. Werden die Grenzen für das Freigepäck überschritten, müssen Reisende mit teilweise hohen Zuzahlungen rechnen. Zusatzkosten entstehen auch bei Sondergepäck. Auch für Handgepäck gibt es in der Regel auch eine Gewichtsgrenze. Diese liegt oft bei sechs Kilo.

13. Bearbeitungsgebühren und Zahlungsmodalitäten

Wenn online ein Flug gebucht werden möchte, muss der Kunde bei den gängigsten Zahlungsarten Zusatzgebühren zahlen. Bei einer Buchung mit der Kreditkarte fallen meist hohe Gebühren an. Weiter kommen noch Servicegebühren, Kosten für die Versicherung, Stornierung oder Umbuchung und Kosten für das Gepäck hinzu. Sofern separate Bearbeitungsgebühren erhoben werden, weisen die Fluggesellschaften meistens in den FAQs darauf hin. Vor der Buchung sollte man sich unbedingt über die akzeptierten Zahlungsmethoden informieren. Möchte man per Lastschriftverfahren zahlen, müssen zwischen Buchungsdatum und Abflug in der Regel mindestens sechs Tage liegen.

14. Sonstige Gebühren

Die Erklärung einzelner Luftfahrtgesellschaften zu den ausgewiesenen Gebühren und Steuern sind teilweise ungenau und undurchsichtig. Flugpreisvergleiche werden durch das separate Ausweisen von Steuern und Gebühren als Zusatzkosten verzerrt. Die Flugpreiszusammensetzung mag zwar von Interesse sein, ist aber für die eigentliche Flugbuchung nicht relevant. Für den Fluggast zählt letztlich der Endpreis, den Sie auf unserer Website vergleichen können.