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Bei Pisa denken wir heute leider nicht mehr zuerst an die wunderschöne italienische Stadt in der Toskana. Das erste, was uns zu Pisa einfällt, ist die Pisa-Studie. Die hat allerdings weder was mit der Stadt selbst noch mit dem schiefen Turm von Pisa zu tun, auch wenn der schiefe Turm im Nachhinein als Symbol für den Bildungsnotstand in Europa herhalten muss. Pisa wurde von den Etruskern gegründet, gehörte ab dem 2. Jh. v.Chr. zum Römerreich und zählt heute etwa 100.000 Einwohner. Obwohl Pisa heute einige Kilometer vom Meer entfernt liegt, kann die Stadt auf eine glorreiche Vergangenheit als Seemacht zurück blicken, die ihre größte Bedeutung im 12. und 13. Jahrhundert erreichte. Die Stadt wird vom Fluss Arno in zwei Teile geteilt. Der südliche Teil befindet sich in einer leichten Flussschleife, was der Stadt ein ganz besonderes Flair verleiht. Der schiefe Turm mit seinen 4 Metern Überhang ist das Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus wagte Galileo sein in die Geschichte der Physik eingegangenes Fallexperiment. Der schiefe Turm ist nach einer grundlegenden Restauration, die bis Dezember 2001 andauerte, nun wieder für Touristengruppen zugänglich. Weltberühmt ist auch die Piazza dei Miracoli: der großzügig angelegte Dombezirk am Nordrand des Zentrums, auf dem sich der Campanile, der Dom Santa Maria, das Baptisterium und der mit Kreuzgängen umgebene Friedhof Camposanto befinden. Den Kernpunkt der Altstadt mit ihren vielen sehenswerten Kirchen und Palazzi bildet die Piazza dei Cavalieri mit dem gleichnamigen Palazzo und der Kirche S. Stefano dei Cavalieri. Ein Foto wert ist auch die Universität von Pisa, die bis heute internationales Ansehen genießt. Sie war ursprünglich in der heutigen „Scuola Normale di Pisa, Piazza dei Cavalieri“ untergebracht.
Schiefer Turm
Der 55 Meter hohe Campanile (Glockenturm) ist das Wahrzeichen von Pisa und zählt zur islamischen Baukunst. Auch wenn er sich wegen des weichen Untergrundes, auf dem er erbaut wurde, bedrohlich in eine Richtung neigt, ist ein Aufstieg inzwischen wieder ungefährlich, denn vor zwei Jahren wurde der Turm wieder ein Stück aufgerichtet.
Adresse: Piazza dei Miracoli. Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 17 Uhr
Baptisterium
Das 1153 errichtete Baptisterium vereint romanische, gotische, byzantinische und sizilianische Architektur. Es ist die größte Taufkapelle der christlichen Welt überhaupt. In der Mitte des achteckigen Taufbeckens befindet sich die Statue des Johannes des Täufers. Gleich daneben steht die Kanzel von Nicola Pisano (1201–1278), einem der größten Bildhauer seiner Zeit. Öffnungszeiten: 8 bis 19.40 Uhr (Sommer) , 9 bis 17.40 Uhr (Frühjahr und Herbst), 9 bis 16.40 Uhr (Winter).
Der Dom
Der Duomo Santa Maria Assunta ist das größte Bauwerk der Pisaner Romanik. Die Fassade bestehen aus dunklem und hellem Marmor, was stark an die maurische Baukunst erinnert. Im Inneren des Doms befindet sich eine gigantische Christusfigur. Und auch im Dom finden wir eine Erinnerung an Galilei: Der massive schwingende Hängeleuchter soll ihn auf das Gesetz der Pendelbewegung gebracht haben.
Adresse: Piazza dei Miracoli Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 17 Uhr
Botanischer Garten
Der Botanische Garten von Pisa wurde im Jahre 1543 als Universitätsgarten angelegt. Hier findet nicht nur der Gartenfreund Anregungen für seinen Schrebergarten, hier kann man auch einen gemütlichen Spaziergang machen, nachdem man in Pisa alle architektonischen Highlights abgelaufen hat.
Adresse: V. L.Ghini 5. Öffnungszeiten: März bis Oktober: Montag bis Freitag 8 bis 17.30 Uhr, Samstag 8 bis 13 Uhr, November bis Februar: Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, Samstag 8 bis 13 Uhr.
Camposanto
Auf diesem mamorumrahmten Monumentalfriedhof aus dem Jahre 1278 sind viele berühmte Pisaner begraben. Die weltberühmten Fresken wurden 1944 durch einen Bombenangriff stark in Mitleidenschaft gezogen, sind in späteren Jahren aber wieder restauriert worden. Öffnungszeiten: wie Baptisterium
Dommuseum
In dem ehemaligen Dominikaner-Kloster kann man Kunstwerke aus Pisas Kirchen, sowie den Domschatz besichtigen. Im Untergeschoss befinden sich Skulpturen vom 11. bis zum 16. Jh. Sie spiegeln die verschiedenen Kunstrichtungen der pisanischen Seerepublik wieder.
Adresse: Piazza Arcivescondo. Öffnungszeiten: Täglich 8 bis 19.30 Uhr (Sommer), sonst 9 bis 16.30 Uhr.
Museo delle Sinopie
Dieses Museum beherbergt eine einzigartige Sammlung von Fresken der großen Meister. Der Begriff Sinopie für Rötelzeichnungen geht auf die gleichnamige Stadt in der heutigen Türkei zurück, die wegen ihrer Erdfarben berühmt ist. Im Rahmen der Restaurierung wurden die in die Wand geritzten Zeichnungen, die meist vom Meister selbst ausgeführt wurden, sorgsam freilegt.
Museo di S. Matteo
Im ehemaligen Kloster S. Matteo am Arno-Ufer (Lungarno Mediceo) ist die gesamte toscanische Kirchenkunst vertreten. Prächtige mittelalterliche Malereien auf Goldgrund bis hin zu Meisterwerken der Renaissance, unter anderem von Donatello.
Adresse: Lugarno Mediceo. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9 bis 19 Uhr.
Märkte
- Gemüsemarkt rund um die Piazza Omobono
- Wochenmarkt Mittwoch und Samstag in der Via Brennero
- Antiquitätenmarkt jeden zweiten Samstag und den darauf folgenden Sonntag im Monat an in der Altstadt.
Einkaufen im Zentrum
- Arkaden der Borgo Stretto
- Via Vernagalli und Via Mercanti
Die Küche der Toskana ist einfach, da sie größtenteils auf bäuerliche Traditionen zurückgeht. Die Zutaten sind frisch und als Grundlage wird fast immer Olivenöl verwendet.
Fleisch
Fleisch spielt in der Toskana eine große Rolle. Es existiert eine Vielzahl von Rezepten für Gerichte mit Rind, Schwein, Lamm, Wild, Kaninchen und Geflügel.
Besonders beliebt ist Grillfleisch.
Suppen
In der Toskana werden viele verschiedene Gemüse und Kräuter angebaut, die die Grundlage für schmackhafte Suppen und Eintöpfe bilden: Rosmarin, Salbei, Basilikum, Hülsenfrüchte (Bohnen, Kichererbsen).
Käse
Der typischste Käse der Region ist der Pecorino (Schafskäse). Er wird in verschiedenen Reifestadien angeboten.
Fisch
Caciucco – Fischsuppe
Cèe alla pisana: frisch geborene Aale, in Öl, Salbei und Knoblauch gebacken und mit Parmesan bestreut
Osteria dei Cavalieri
Leckere Fischgerichte zu normalen Preisen.
Adresse: Via San Frediano 16.
Öffnungszeiten: Sonntag geschlossen.
Ristorante La Mescita
Das Lokal befindet sich im Marktviertel und führt auch vegetarische Küche. Zudem ist ein Menü des Tages erhältlich.
Adresse: Via Cavalca 2.
Öffnungszeiten: Montag geschlossen.
Ristorante Cereria
Bekannt für seine Fischgerichte und die hervorragende Fischsuppe. Die Einrichtung ist schlicht.
Adresse: Via Gori 33.
Öffnungszeiten: Dienstag geschlossen.
Trattoria del Borgo
Die Trattoria befindet sich im Stadtzentrum und ist ein Paradies für Spaghettiliebhaber. An die 20 Variationen dieser Pasta kann man hier probieren, sogar das russische Rezept mit Vodka und Ketschup.
Adresse: Via Case Dipinte 2.
Bar Roma
Bar mit kleinem Freisitz und gleichzeitig Restaurant.
Adresse: Via Roma 24.
März: Karneval von Viareggio
Die Stadt Viareggio ist nur 20 Kilometer von Pisa entfernt. Dort findet jedes Jahr eine der buntesten und berauschendsten Karnevalsfeiern statt. Bis zu 20 Meter hohe Prunkwagen mit Blumenschmuck, Skulpturen und beweglichen Wundermaschinen sorgen für spektakuläre Showeffekte. Maskenumzüge finden während der gesamten Karnevalswoche statt.
letzter Sonntag im Juni: Gioco dell Ponte (Brückenspiele)
Auf der Ponte di Mezzo kämpfen Bewohner des Mezzogiorno (südlicher Stadtteil von Pisa) gegen die des Tramontana im Norden. Ein sieben Tonnen schweres Gefährt wird von den Teilnehmern in Renaissancekostümen geschoben und gestoßen, um spielerisch den Gegner zu überrollen. Man kämpft um die Brücke und trägt alte Rüstungen und Waffen. Dem Sieger winken Ruhm und Ehre. Ein beschauliches Spektakel für Jung und Alt.
16. Juni: Luminara
Zu Ehren des San Ranieri, dem Schutzheiligen der Stadt, erleuchten rund 700.000 Kerzen und Öllampen alle Paläste am Ufer des Arno. Der Brauch stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. Hinzu kommen ein Feuerwerk und Tausende von Kerzen, die den Arno hinunter gleiten. Das Fest bietet eine beeindruckende Szenerie und eine Menge Gedränge an den Flussufern. Glück hat der, der noch einen Platz auf einer der Flussmauern ergattern kann.
17. Juni: Regata San Ranieris
Ebenfalls zu Ehren des San Ranieri kämpfen am Nachmittag des 17. Juni Rudermannschaften der verschiedenen Stadtteile auf einer 2 km langen Strecke um den Sieg.
Oktober/November: Salone dei Comics
Lucca, eine Stadt 30 Kilometer von Pisa entfernt, wird alljährlich im Oktober/November zu einer Hochburg der Freunde der bunten Bildergeschichten. Comiczeichner aus aller Herren Länder präsentieren ihre Kreationen. Die besten werden von einer Jury ausgezeichnet.
Klima:
Pisa und die umliegenden Gebiete sind bekannt für ihr außergewöhnlich mildes Klima. Zu den kältesten Monaten (+7°C) zählen Januar, Februar und März - während das Thermometer im Sommer nur bis 22°C ansteigt und man deshalb nicht Gefahr läuft, vor dem schiefen Turm einen Hitzschlag zu bekommen.
Niederschlag:
Zu Niederschlägen kommt es vor allem in den Wintermonaten.