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Istanbul, jeder Satz über die Stadt am Bosporus ist so wahr wie sein Gegenteil. Die Metropole auf zwei Kontinenten ist Europa und Asien, Orient und Okzident zugleich. Das war schon vor hundert Jahren so. Seitdem sind weitere Gegensätze dazugekommen. Istanbul ist türkisch und international, urban und provinziell. Es kommt immer darauf an, wo man sich gerade befindet. Die einstige Hauptstadt des Byzantinischen Reiches und später die Hauptstadt des Osmanischen Reiches ist mit seinen schätzungsweise 12 Millionen Einwohnern die Kulturmetropole und das Wissenschaftszentrum des Landes. Allein sechs Universitäten kann die Stadt ihr Eigen nennen. In über 50 Museen ist für jeden Kunstfan was dabei.
Auf der historischen Halbinsel zwischen Marmara-Meer
und Goldenem Horn sind kostbare Bauwerke aneinandergereiht
wie die Edelsteine einer Halskette:
Kirche der Heiligen Weisheit
Der Kirchenbau ist ein gigantisches Werk. 56 Meter über dem staunenden Betrachter schwebt die gewaltige Kuppel mit 33 Metern Durchmesser – scheinbar nur getragen vom Licht ihrer 44 Fenster.
Sultanspalast Topkapi
Der Palast ist ein Heerlager in Stein, mit Bibliothek, Moschee, Harem und Finanzverwaltung. Wer genau hinhört, der hört hier das Herz des Staates schlagen, der einst über Gebiete auf drei Kontinenten herrschte. Die Schätze, die er von überall nach Istanbul brachte, vermögen auch den heutigen Besucher für Tage zu fesseln. Das byzantinische Hippodrom, die St.-Irenen-Kirche, das Archäologische Museum und der Basar – all das liegt nur ein paar Schritte weiter.
Eyüp
Eyüp ist der Ort am Goldenen Horn, an dem Ayub Ansari gefallen und begraben sein soll. Er war der Bannerträger des Propheten Mohammed, der Byzanz schon vierhundert Jahre vor den Osmanen zur islamischen Stadt machen wollte. Das Grab des Helden verwandelte Eyüp zum Pilgerort mit einem herrlichen Moscheehof. Weil man hier dem Freund des Propheten nahe ist, ließen sich Würdenträger und andere Vornehme des Reiches gern in Eyüp bestatten. Ausgedehnte Grabfelder ziehen sich über die Hügel des Goldenen Horns, kunstvoll gearbeitete Steine unter Schatten spendenden Bäumen. Der Weg durch die romantische Anlage führt den Hügel hinauf zum Haus des türkophilen Schriftstellers Pierre Loti.
Galata
Galata ist das alte Europäerviertel der Stadt. Es befindet sich direkt gegenüber der historischen Halbinsel. Dort haben Moscheen Seltenheitswert. Dafür gibt es Kirchen und Synagogen, Konsulate und Kulturhäuser, Theater und Cafés. Auf Griechisch hieß der Stadtteil Pera, was „gegenüber“ bedeutet, und er hat immer nur so halb zum türkischen Istanbul gehört. Auch heute ist Galata das Kultur- und Vergnügungszentrum der Stadt. Sein Herz ist die Istiklal-Straße. In den Gassen links und rechts von ihr sind die Avantgardekinos versteckt, die Jazzklubs und Folkloreläden, die Bistros der Intellektuellen und Künstler, die Nightclubs aller Preisklassen.
Militär-Museum
Umfangreiche Sammlung zur Militärgeschichte der Türkei. Sehenswert ist der tägliche Auftritt der Janitscharenkapelle um 15 und 16 Uhr.
Adresse: Valikonagi Caddesi. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 7 Uhr.
Teppich-Museum
Wer noch nicht in einer der Teppichfabriken war, sollte sich dieses Museum unbedingt anschauen. Neben einer Ausstellung wertvoller alter Teppiche und Kelims werden auch die Herstellung sowie die Symbolik der verschiedenen Farben und Muster erklärt.
Adresse: Sultanahmet. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 9 bis 16 Uhr.
Museum im Kloster der tanzenden Derwische
Ausstellung alter Musikinstrumente, Kleidung und alten Hausrats. Aufführungen der tanzenden Derwische finden jeden ersten Sonntag im Monat statt.
Adresse: Tünel, Galip Dede Cad. 15. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 9.30 bis 16.30 Uhr.
Mosaiken-Museum
Hier befinden sich die Mosaiken des Säulenhofs des byzantinischen Kaiserpalastes.
Adresse: Sultanahmet, Torun Sok./Arasta Carsisi. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 17 Uhr.
Museum für Türkische und Islamische Kunst
Ausgestellt sind Objekte vom 8. Jahrhundert vor Christus bis heute. Besonders sehenswert sind die kunstvollen Teppiche aus der osmanischen Epoche.
Adresse: Sultanahmet, At Meyandi 46. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 16.30 Uhr.
Unter den Kuppeln des Kapalicarsi liegen sechzig Gassen mit einer Gesamtlänge von geschätzten acht Kilometern. Bis zu einer halben Million Besucher suchen täglich den weltweit größten Basar auf. In 4.500 Läden bieten 20.000 Händler die prachtvolle Ware feil. Hier findet sich alles in Hülle und Fülle, was sich in vergleichbarer Qualität andernorts nur schwer oder gar nicht findet: Goldschmuck, Silbergeschirr, Lederwaren, Stoffe, Kelims, Gewürze. Feilschen ist erlaubt!
Der größte Shopping-Mall Istanbuls ist das Akmerkez im Stadtteil Etiler. Hunderte von Läden auf vier Stockwerken. Was Bekleidung betrifft, führt Akmerkez alle große Marken, denn türkischen jungen Leuten kann es nicht international genug sein.
Gegenüber der Moschee in der Atiye-asse hat Gönül Paksoy ihre Räume. Bei ihr gibt es nur Unikate, und unverkennbar trägt alles ihre Handschrift. Nicht der osmanische Pomp inspiriert Paksoy, sondern die Materialien, besonders die Stoffe und die Farben des Lebens im Palast. Alle Stücke werden im eigenen Haus gefärbt. Von Kenzo entworfenen Krawatten mit Paksoys Farben gibt es nur in der Aiye-Gasse in Nisantasi.
Teppiche und Kelims sind der größte Beitrag der Türken zur islamischen und zur Weltkultur. In ihrem Studio Elements in Nisantasi zeigt Mine Mert neue Kelims, die ganz türkisch sind und trotzdem die Sachlichkeit von heute ausstrahlen. Im anatolischen Konya lässt sie ihre Stücke aus naturgefärbter Wolle herstellen. Das Design jedoch stammt von ihr.
Weine
Anatolien ist die Heimat der Weintraube. Archäologische Funde beweisen es. Seit nunmehr geraumer Zeit konzentrieren sich die Winzer in der Türkei auf die Produktion qualitativ hochwertiger Weine. Mit erstaunlichem Erfolg! Türkische Weinanbaugebiete sind u.a. Tokat, Kappadokien, Ankara, Ägäis, Thrakien.
Gemüse
Türkisches Gemüse ist der Hauptbestandteil der meisten Gerichte. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Aubergine; als geräucherte Creme, gefüllt, gegrillt, gebraten oder in Eintöpfen. Hinzu kommen Artischocken, Zucchinis, Kürbisse, Favabohnen, Gurken, Spinat, Rote Beete, Lauch, Zwiebeln, Okra und Knoblauch. Die Tomate und die Paprika kamen aus der neuen Welt und wurden dankbar ins Repertoire aufgenommen.
Fleisch
Zu den gängigen Fleischsorten gehören Huhn, Hammel, Lamm und Rind, die gern gegrillt serviert werden. Die große Palette der Schmorgerichte genießt man am besten in einer lokantalar (Garstube).
Fisch
Die Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten ist in dem vorn vier Meeren umschwemmten Land sehr groß. Vor allem in den Küstenstädten sollte man fangfrischen Fisch nach regionaler Art kosten. Eine der großen Fischspezialitäten kommt vom Schwarzen Meer: Hamsi, Sardellen. Allein über 40 Hamsi-Rezepte existieren.
Gewürze
Die türkische Küche ist mild und auf den Eigengeschmack der frischen Zutaten bedacht. Gewürzt wird mit frischen Kräutern, gesüßt mit Honig. Zu den wichtigsten Kräutern zählen Petersilie, Dill und Minze; daneben Oregano, Salbei, Thymian und Lorbeer. Geölte Paprikaflocken sind als Würze unerlässlich. In zerlassener Butter oder Joghurt sind sie die Krönung vieler Gerichte.
Nachspeisen
Hauptbestandteile der Nachspeisen sind Feigen, Trauben und Korinthen, Walnüsse, Haselnüsse, Pistazien und Mandeln, Zimt, Nelken und Kreuzkümmel.
Türkish Delight oder lokum ist eine zähe Masse aus Zucker und Reismehl, die mit allen Aromen angereichert werden kann. In große Würfel geschnitten und in Puderzucker gewälzt wird sie serviert.
Obst
Die Einheimischen essen viel frisches Obst: Melonen, Feigen, Quitten, Granatäpfel, Aprikosen, Maulbeeren und Kirschen.
Getränke
Joghurt ist der kulinarische Beitrag der Türken an den Rest der Welt. Mit Wasser aufgeschlagen und mit Salz, Minze oder Sumach gewürzt wird er als Trinkjoghurt, Ayran, genossen. Cay, schwarzer Tee, ist das Nationalgetränk der Türken. Kahve, der türkische Mokka, ist Abschluss eines jeden Mahls. Dem Anisschnaps Raki ist in der Türkei fast keiner abgeneigt. Gemischt mit Wasser ist das milchig trübe Getränk, genannt Löwenmilch, Bestandteil des Essens.
Cinar Restoran
Leckere Fischspezialitäten und eine reiche Auswahl an Vorspeisen. Das Restaurant befindet sich direkt
Adresse: Ortaköy, Iskele Meydani 42.
Kör Agop
Kneipe mit alter Tradition und auf heißen Dachziegeln gegarten Fischen als Tradition. Jeden Abend finden Darbietungen mit türkischer Musik statt.
Adresse: Kumkapi Meydani. Öffnungszeiten: Täglich 12 bis 2 Uhr.
Imroz
Sehr gutes Restaurant mit Koch, der von der Insel Imbros stammt.
Adresse: Nevizade Sok. 24. Öffnungszeiten: Täglich 12 bis 2 Uhr.
Kuleli
Typische Kneipe. Hier werden zum Raki kleine Imbisse gereicht. Bekannt für seine Meerestiere.
Adresse: Büyükkule Sok. 38.
Öffnungszeiten: Täglich 12 bis 24 Uhr.
Nature and Peace
Bekannter Treffpunkt für Vegetarier. Aber auch für Fleischliebhaber gibt’s was auf den Teller: Fisch und Huhn.
Adresse: Büyük Parmakkapi Sok. 21. Öffnungszeiten: Täglich 12 bis 24 Uhr.
1. Januar – Neujahr
12. Februar – das Opferfest Kurban Bayrami
23. April – Unabhängigkeitstag und Tag der Kinder
19. Mai – Gedenken an Atatürk, Jugend- und Sporttag) – offizieller Feiertag
30. August – Nationalfeiertag
27. Oktober – der Beginn des Ramadan
29. Oktober – Gründungstag der türkischen Republik
25. November – das Ramadanfest, auch Zuckerfest genannt
Klima:
Die beste Reisezeit für Istanbul liegt zwischen Mai und Oktober. Extreme Temperaturen sind für diese Stadt selten zu erwarten, weder im Winter, noch im Sommer. Im Sommer weht der Nordwind die starke Hitze weg und sogar im Dezember sind Minusgrade selten.
Ein Hinweis sei jedoch noch gegeben: In den Wintermonaten ist Istanbul vom Smog befallen. Wer Probleme mit den Atemwegen hat, sollte lieber in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten reisen.
Niederschlag:
Der Sommer gestaltet sich meist trocken, jedoch ist selbst im Juli und im August mit einigen - wenn auch wenigen - Regentagen zu rechnen.